Funktionieren Nischenseiten 2022 noch? Im Interview bei Christian Költringer

“Kann man mit Nischenseiten noch gutes Geld verdienen oder sind die besten Themen überlaufen?”

Unter anderem solche Fragen hat mir Christian Költringer gestellt, der mich zum Interview eingeladen hat.

Christian ist mit seinem Unternehmen 365digital selbst im Online-Marketing unterwegs und berät Kunden. Er vertreibt außerdem Infoprodukte und ist in verschiedenen Themenbereichen unterwegs.

Wahrscheinlich hat er mich auch deshalb so kritische Fragen gestellt 😀

Im Interview gehe ich darauf ein, was sich in den letzten Jahren verändert hat, ob und wie man immer noch Erfolg damit haben kann und was ich Anfängern empfehlen würde.

Viel Spaß beim Video!

Das Video-Interview

(Das Video ist auf dem Youtube Kanal von Christian erschienen. Der Original-Beitrag und das folgende Transkript wurden übernommen und sind hier erschienen.)

 

Das Interview (Transkript)

1. Christian: Stell Dich bitte mal kurz vor Christopher.

Christopher: Hallo Christian, vielen Dank für die Einladung. Ich erstelle im Prinzip schon seit 2012 Nischenseiten und Du kannst mir gerne alle kritischen Fragen stellen. Wie Du schon sagst, es ist ein bisschen schwieriger geworden, aber da kommen wir gleich noch darauf zu sprechen. 🙂

 

2. Christian: Du bist Google zertifiziert! Was heißt das genau, wofür qualifiziert Dich das und ist das auch für Deine Nischenseiten hilfreich?

Christopher: Also Google ist nun mal – leider muss man sagen – ein Big Player und hat seine Marktdominanz.

Ich habe ein relativ langes Seminar oder Coaching mit Google zusammen gemacht und am Ende hat man dieses Zertifikat bekommen.

Ich glaube, es geht mittlerweile sogar online und man hat so viele Versuche wie man möchte. Also eigentlich gar nicht so schwierig, das zu bekommen.

Wenn man sowieso tagtäglich mit Google in Berührung ist, macht das Sinn. Weil man sollte schon wissen, wie Google funktioniert und warum manche Seiten gut ranken, manche schlecht und wie man da das beeinflussen kann. Bezüglich Nischenseiten ist das dann doch sehr wichtig.

 

3. Christian: Was verstehst Du unter Affiliate-Marketing im Allgemeinen und unter Nischenseiten im Speziellen?

Christopher: Also ich übersetze Affiliate-Marketing eigentlich immer mit Empfehlungsmarketing. Und im Prinzip bedeutet das, dass man eine Provision bekommt, wenn man etwas vermittelt.

Das machen auch alle Influencer, wie man sie heutzutage bei Instagram oder Facebook sieht. Wenn sie dann schreiben: „Hier ist Werbung und über den Link könnt ihr was kaufen!“… dann kriegen sie im Prinzip eine Provision bei einem Verkauf.

Und das Konzept der Nischenseiten funktioniert eigentlich darüber, dass man versucht, organischen Traffic über Google und Suchmaschinen generell zu bekommen, indem man zu bestimmten Suchbegriffen gefunden wird und sobald dann jemand einer Empfehlung folgt und einen Kauf tätigt, eine Provision erhält.

 

4. Christian: Du bist also spezialisiert auf Nischenseiten, die das Ziel haben, in der organischen Google-Suche möglichst weit oben zu ranken, viele Traffic zu bekommen und durch Produktverkäufe, die über Deine Affiliate-Links zustande kommen, Provisionen zu verdienen, richtig?

Christopher: Ja, genau. Im Prinzip kann man das so zusammenfassen. Ich persönlich bin immer ein großer Fan davon, dass man kein großes Marketingbudget braucht oder Werbung schalten muss, um Ergebnisse zu erzielen.

Das ist für Anfänger oft eine große Hürde, wenn man erst mal investieren muss. Man muss erstmal Werbung schalten und dann hoffen, dass jemand kauft. Also ich bin immer Fan davon, dass man das Budget relativ schmal halten kann und deswegen sind Nischenseiten ganz gut, weil man im Prinzip ja eigentlich “nur” Content erstellen muss.

Man muss natürlich auch schauen, was überhaupt gesucht wird, was gute Keywords sind und wie die Konkurrenz aussieht. Aber wenn man dann erstmal organischen Traffic hat und relativ gut in Google platziert ist, dann hat man die reelle Chance, dauerhaft oben zu bleiben und dauerhaft kostenfreien Traffic zu bekommen.

Das ist eben nicht wie bei Instagram, wo man jeden Tag zig Stories machen muss, um etwas zu bewirken, sondern bei Nischenseiten erstellt man qualitativ hochwertigen Content, der dann dauerhaft online bleibt und im besten Fall immer wieder für einen Trafficstrom sorgt. Und das, finde ich, ist ein schlaues Konzept. 🙂

 

5. Christian: Wie siehst Du das Amazon-Partnerprogramm im Vergleich zu vielen anderen Partnerprogrammen oder Affiliate-Netzwerken, die es da draußen gibt? Was sind die Vor- und Nachteile vom Amazon Partnernet für Nischenseiten?

Ich bin ein bisschen zwiegespalten, muss ich sagen. Also einerseits hat Amazon natürlich auch da wieder seine Marktmacht, so wie es Google in den Suchmaschinen hat.

Bei Amazon kann man im Prinzip alles kaufen und die Hürde ist relativ gering, dass Leute bei Amazon kaufen, weil eben fast alle dort ein Konto haben. Das heißt, die Kaufrate ist sehr hoch.

Ein weiterer Vorteil ist, dass relativ viele Plugins tatsächlich auf Amazon zugeschnitten sind. Wenn man jetzt WordPress benutzt, was ich hauptsächlich tue, dann werden automatisch die Daten von Amazon gezogen und auf der eigenen Nischenseite ausgespielt.

Ein großer Nachteil ist allerdings die Cookie-Laufzeit, also die Laufzeit, in der man seine Provision bekommen kann. Die ist nur 24 Stunden gültig und auch nur in derselben Session.

Das heißt, wenn jemand auf Deinen Partnerlink klickt, dann muss dieser jemand im Prinzip in dem Zuge dann auch sofort kaufen, damit Du eine Provision bekommst. Wenn dieser jemand allerdings zwischenzeitlich sein Browserfenster schließt oder morgen wieder zurückkommt und erst dann bestellt, geht Dir die Provision verloren.

Andere Partnerprogramme haben in der Regel eine deutlich längere Cookie-Laufzeit. Da gibt es Laufzeiten bis zu 180 Tage. In dem Zeitraum hat man dann die Möglichkeit, dass doch noch irgendwie ein Verkauf zustande kommt und man eine Provision bekommt.

Auch ist die Provision ist bei anderen Partnerprogrammen oft deutlich höher. Wenn man also bei Amazon vielleicht zwischen 1 % und 12 % bekommt, kann man bei anderen Programmen bis zu 70 % oder 80 % kriegen. Also das ist schon ein großer Unterschied. Also man muss immer schauen, was gerade zum Thema passt, wie die Margen sind und die Cookie-Laufzeiten.

Amazon sollte man als Partnerprogramm nicht ausschließen, aber auch nicht ausschließlich benutzen.

 

6. Christian: Wie haben sich Nischenseiten über die letzten Jahre entwickelt und welchen Einfluss hatten Google-Updates wie E-A-T (Expertise – Autorität – Vertrauenswürdigkeit) darauf? Ist es schwerer geworden mit Nischenseiten erfolgreich zu sein?

Christopher: Man kann definitiv sagen, dass es früher einfacher war. Ich sage mal so vor 10-15 Jahren war es sehr, sehr einfach. Man musste eigentlich nur seine Keywords draufhauen und dann hat man dafür gerankt.

Aber der Google Algorithmus wird natürlich immer schlauer und smarter. Also das E-A-T Update war auf jeden Fall ein großes Ding.

Das heißt, man muss bei der Nischenwahl in jedem Fall gut aufpassen. So sollte man zum Beispiel keine Medizin-Themen mehr wählen, weil da mittlerweile nur mehr Ärzte ranken. Aber das kann ich auch absolut nachvollziehen, weil wenn jemand eine Nischenseite über ernsthafte Krankheiten betreibt und dann Globuli empfiehlt, dann passt das natürlich nicht. Ich kann also schon nachvollziehen, dass Google das gemacht hat, aber das hat natürlich sehr viele Nischenseiten gekillt.

Das gleiche gilt im Bereich „Online Geld verdienen“. Also wenn Leute versprechen, schnell reich werden zu können oder den Kauf bestimmter Kryptowährungen empfehlen, dann reagiert Google sehr sensibel.

Bei mir hat es auch ein, zwei Seiten gekillt, weil ich eben mehr oder weniger im Gesundheitsbereich unterwegs war. Jetzt nicht irgendwelche krassen Medizin-Themen, aber zum Beispiel im Bereich Akne. Da ich als Jugendlicher selbst davon betroffen war, hat ich großen Bock darauf, dazu eine Nischenseite zu machen, die aber aufgrund des E-A-T Updates um 80 % eingebrochen ist.

Der Algorithmus ändert sich, da wird man nicht drum herum kommen. Aber das ist auch bei allen anderen Suchmaschinen so. Man muss halt schauen, was genau sich ändert und was man anpassen muss.

Also in Summe ist es auf jeden Fall schwieriger geworden und man braucht mehr Geduld. Es dauert viel länger, bis man gute Rankings erzielt. Wenn man vielleicht vor einigen Jahren noch innerhalb von wenigen Wochen gute Platzierung erreicht hat, dauert es jetzt mehrere Monate oder sogar Jahre.

Ich glaube Google möchte folgenden Ansatz etwas unterbinden: „Ich baue jetzt schnell eine Webseite, gehe auf ein Thema ein, stelle etwas Content online, mache dann nichts mehr an der Seite und dann in zwei Wochen funktioniert alles und ich verdiene Geld“.

Das ist endgültig vorbei!

Google will sehen, dass man bei einem Thema wirklich dranbleibt, sich wirklich dafür interessiert und dauerhaft vernünftigen Content erstellt.

Google möchte wirklich in Richtung Qualität gehen und da braucht man als Anfänger im Nischenseiten-Business auf jeden Fall richtig Hornhaut.

 

7. Christian: Wird die Person, die hinter einem Online-Projekt steckt, immer wichtiger? Und sollte sie in Bezug auf das Projektthema eine Art Expertise haben?

Christopher: Ja, ich glaube auch, dass die Expertise seit dem E-A-T Update sehr wichtig ist. Also Expertise, Autorität, Trust. Das sind ja diese drei Punkte des Updates.

Aber ich finde, es kommt auch immer ein bisschen auf das Thema an. Man muss ja auch nicht zu jedem Thema mit seinem Gesicht stehen. Ich habe auch eine Webseite zum Thema Klimaanlagen. Da stehe ich jetzt auch nicht mit meinem Gesicht da, sondern könnte theoretisch die Firma der Produkte, die ich empfehle, als Trust-Faktor einsetzen.

Natürlich wird immer der Arzt besser ranken, der auch eine Google-Bewertung hat, als ein Arzt, der noch nicht einmal ein Impressum hat. Also das sind Sachen, die man einerseits natürlich technisch haben muss, aber auch die Quellen, die Expertise, die Google auch zeigen: „Hey, der hat wirklich Ahnung davon und das bestätigen auch andere!“

Wenn da wirklich eine große Klimaanlagen Firma darüber schreibt, wird die wahrscheinlich besser ranken als meine Seite. Deswegen muss man als Nischenseitenbetreiber am Anfang auch immer schauen, welches Thema man wählt.

 

8. Christian: Gibt es aus Deiner Sicht heutzutage überhaupt noch Nischen, für die es sich lohnt Zeit zu investieren, oder sind die besten Plätze schon längst besetzt?

Christopher: Also ich würde schon sagen, dass die ganz klassischen Themen auf jeden Fall stark besetzt sind.

Ich habe zum Beispiel auch einen Online-Kurs, in dem ich zeige, wie man auf Nischenideen kommt und da empfehle ich unter anderem auch Digistore24. Da kriege ich oft das Feedback: „Hey, diese ganzen Produkte werden schon beworben ohne Ende!“

Aber es gibt eine ganze Bandbreite an Themen und ich bin immer wieder erstaunt, was da immer noch alles möglich ist. Also wenn ich dann Feedback von meinen Teilnehmern bekomme, in was für Themen die reingehen, die wunderbar funktionieren, dann freut mich das. Es gibt aus meiner Erfahrung also immer noch viele Themen, die funktionieren.

Auch denke ich, sollte man weggehen vom typischen „Produktdenken“ und eher in Konzepten denken. Man bewirbt als Beispiel also nicht Blumentöpfe, sondern startet eine Selbstversorger Nischenseite oder man bewirbt nicht einfach Klimaanlagen, sondern befasst sich generell mit dem Themen „Kühlen“ und „Lüften“ von Räumen. Oder man denkt in Themen wie Weihnachten, Geburt, Geschenke, Taufe, usw. und schließ darüber dann auf eine mögliche Struktur der Webseite.

 

9. Christian: Wie suchst Du nach Nischen und wie stellst Du fest, ob eine Nische lukrativ ist oder nicht?

Christopher: Grundsätzlich ist es auch bei mir nicht so, dass ich sofort weiß, was funktioniert und dann einfach in diese Nische gehe. Ich kann zwar sagen, was wahrscheinlich nicht funktioniert und was eher funktioniert, aber ich gehe schon so vor, dass ich erst mal schaue, worauf ich überhaupt Bock habe.

Weil es wie gesagt mittlerweile so ist, dass es sehr lange dauern kann, bis man Ergebnisse sieht und man daher viel Geduld und Ausdauer mitbringen muss, würde ich nur Themen wählen, die einen selbst interessieren, ansonsten hält man nicht lange durch.

Dann schaue ich natürlich, was es denn für Produkte gibt. Ich versuche aber bereits in Konzepten zu denken und mir die Struktur der Webseite vorzustellen, welche Kategorien und Einteilungen sie am Ende haben könnte.

Und ich halte mich immer fern von Produkten, wo man nur ein paar Cent Provision bekommt. Also ich versuche immer Produkte zu bewerben, die etwas teurer und recherchebedürftiger sind.

Zum Beispiel Drohnen, die teilweise recht teuer sind und es gibt sehr viele davon. Leute, die sich jetzt eine Drohne kaufen wollen, gehen nicht einfach her, öffnen Amazon und kaufen dann irgendeine. Sie recherchieren vorab, suchen Erfahrungswerte von anderen Drohnenbesitzern, vergleichen Drohnentypen, usw. Und so hat man dann als Nischenseitenbesitzer die Chance, diesen Recherchebedarf mit entsprechenden Inhalten zu bedienen.

Eine andere Option, die recht attraktiv ist, sind Abo-Modelle, wie zum Beispiel bei Streaming-Angeboten oder Online-Fitnessstudios. Hier bekommt man eine wiederkehrende Provision vergütetet, wenn man einen Kunden vermittelt und dass dauerhaft.

Und schlussendlich schaue ich mir natürlich den Wettbewerb an. Macht es überhaupt Sinn, in diese oder jene Nische zu gehen oder ist die Konkurrenz übermächtig und die vorderen Plätze fix vergeben.

 

10. Christian: Wie lange dauert es, bis ich mit ersten Rankings, Besuchern und Einnahmen rechnen kann, wenn ich eine Nischenseite neu starte?

Christopher: Das ist sehr individuell. Wenn man jetzt eine Webseite online stellt und die Konkurrenz total falsch einschätzt, dann kann es sein, dass man nie wirklich dafür rankt. Tatsächlich sind die folgenden beiden Fragen jene, die ich am häufigsten höre: “Wie viel kann ich verdienen und wie lange dauert es?”

Da merkt man schon, dass das vielleicht die falschen Fragen sind. Wie lange dauert es? Oft bedeutet das, dass man eigentlich nur schnell Geld verdienen möchte. Aber natürlich ist es eine wichtige Frage. Und wenn man jetzt Glück hat und man erwischt ein Thema, wo die Konkurrenz nicht so stark ist, dann kann man vielleicht davon ausgehen, in drei Monaten erste Rankings zu bekommen, meistens irgendwo auf Seite 2 oder 3 auf Google.

So nach einem halben Jahr kann man es auch schaffen, dass man schon auf der ersten Seite ist. Aber ich habe auch schon Teilnehmer gehabt, die bereits nach fünf Wochen auf der ersten Seite waren. Bei anderen wiederum hat es ein Jahr gedauert, bis sie auf Seite 1 waren.

Also hier ist die Bandbreite ziemlich groß, aber realistisch muss man mit einem Zeitraum zwischen zwei Monate und einem Jahr rechnen, bis man ersten guten Traffic hat. Und mit dem Traffic kommen dann natürlich auch die Einnahmen.

 

11. Christian: Wie viel kann man mit einer Nischenseite im Schnitt verdienen?

Christopher: Auch das ist natürlich sehr individuell. Es kann sein, dass es total in die Hose geht, es gar nicht funktioniert. Da bin ich auch ganz ehrlich.

Ich habe aber auch einen Teilnehmer, der 5.000 € im Monat mit seiner Nischenseite verdient. Also der hat dann halt den goldenen Treffer gelandet, aber die Regel ist das nicht, eher die Ausnahme.

Auch hier ist die Bandbreite recht groß, aber ich sage immer, wenn man zwischen 80 € und 300 € im Monat mit seiner Nischenseite verdient, dann ist das schon sehr gut und auch absolut realistisch. Besonders wenn man Anfänger ist.

Einige Leute sagen dann immer: „Aber für 100 € im Monat lohnt sich doch der ganze Aufwand nicht!“

Aber am Ende sind es halt JEDEN Monat 100 € und 1.200 € mehr im Jahr sind für viele Leute sehr hilfreich. Vielleicht sind es dann mal 300 € im Monat und ein Teil der Miete ist bezahlt oder 10.000 € im Jahr, die eine notwendige Ausgabe finanziert.

Es ist auch immer eine Frage dessen, wo genau man hin möchte?

Nischenseiten kosten erst einmal im Prinzip nichts. Man braucht nur einen Webhoster für 2-4 € im Monat und kann eine vollständige Nischenseite aufbauen. Auch das Risiko ist somit sehr gering und wenn man merkt, dass die Seite funktioniert und Geld verdient, kann man sie auch noch ausbauen und z.B. ein eigenes Business mit digitalen Produkten draufsetzen oder eigene, physische Produkte entwickeln. Da ist vieles möglich!

Auch gibt es die sogenannte VG Wort, wo man eine Vergütung pro Beitrag, den man online stellt, bekommt. Die Vergütung lag letztes Jahr, so glaube ich, bei etwa 45 € pro Beitrag.

Hierfür muss man nur zwei Kriterien erfüllen. Zum einen muss ein Beitrag mindestens 1.800 Wörter haben und zum anderen muss er pro Jahr mindestens 1.200 mal gelesen werden. Und das kann sich bei mehreren Beiträgen, die diese Voraussetzungen erfüllen, übers Jahr gesehen auch summieren und einen netten Zusatzverdienst einfahren.

Eine weitere Möglichkeit, die vor allem für Nischenseiten mit sehr viel Traffic interessant ist, ist Google AdSense. Also die Möglichkeiten sind sehr vielfältig.

Um es auf den Punkt zu bringen. Zwischen 0 € und 5.000 € pro Monat ist mit Nischenseiten alles möglich. Als guten Mittelwert finde ich 200 € pro Monat für Anfänger machbar und realistisch.

 

12. Christian: Wie passiv ist eine Nischenseite? Wie oft im Monat oder im Jahr muss ich bei einer gewinnbringenden Nischenseite noch Hand anlegen?

Christopher: Am Anfang ist der Aufwand natürlich relativ groß. Die ganze Recherche, die Konkurrenzanalyse, Keywordrecherche, Contenterstellung – bis man dann wirklich mal so eine Basis hat für seine Nischenseite, das dauert.

Aber wenn man dann mal diese große Hürde genommen und erste Rankings hat, dann ist der Aufwand wirklich überschaubar. An den meisten meiner Nischenseiten arbeite ich ca. 2 Stunden pro Monat, um sie fortzuführen.

Und damit ist dann so was gemeint wie Plugins aktualisieren, schauen, dass alles läuft und mal einen neuen Beitrag hochschieben. Ich habe aber auch Nischenseiten, an denen ich seit 5 Jahren nichts mehr gemacht habe, die einfach im Hintergrund laufen und etwas Trinkgeld von etwa 50 € im Monat einspielen.

Es gibt aber auch Nischenseiten, da mache ich zwei neue Beiträge im Monat, einfach um Google weiter zu füttern, mehr Content und mehr Punkte zu haben, an denen ich mehr verdienen kann. Und da ist dann natürlich der Aufwand größer. Vielleicht sind es 6 Stunden im Monat, die ich daran dann arbeite.

 

13. Christian: Wie stark ist man mit Nischenseiten von Google abhängig? Der Traffic kommt ja zum Großteil über die Google-Suche und was aber, wenn dieser plötzlich einbricht? Wie kann man hier vorsorgen oder gegensteuern?

Christopher: Ja, man ist schon relativ abhängig von Google. Es ist auch nicht abzusehen, dass sich das vielleicht mal ändern würde. Also dass die Leute plötzlich lieber Yahoo oder Bing benutzen sehe ich jetzt aktuell nicht.

Es kommt auch immer auf das Thema an, aber ich finde es grundsätzlich gut, wenn man nicht nur Google bespielt. Die besten beiden Portale, die man dann zusätzlich bespielen kann, sind YouTube und Pinterest.

Die haben den Vorteil, dass der Content, den man hierfür erstellt, ebenso dauerhaft online bleibt und auch in den entsprechenden Suchen rankt. Ich bin also kein Fan von Posts auf Facebook, Instagram oder LinkedIn, weil diese in der Regel nur von sehr kurzer Dauer sind und keinen langfristigen Traffic bringen.

Aber beispielsweise Videos, die man auf YouTube hochlädt und für bestimmte Keywords optimiert, bleiben dauerhaft online und werden bei passenden Suchanfragen auch ausgespielt, sowohl direkt auf YouTube, wie teilweise auch sehr stark auf Google selbst.

Man sollte also versuchen, verschiedene Quellen anzuzapfen und von verschiedenen Quellen aus, auf die eigene Nischenseite zurück zu verlinken. So wie wir zum Beispiel gerade ein Videointerview machen, weil es für unsere Leser interessant ist, könnte man auch Hersteller von Produkten interviewen, die man bewirbt oder ähnliches. Es gibt viele Möglichkeiten.

Natürlich geht das nicht pauschal bei jedem Thema. Man kann nicht zu jedem Thema einen Pinterest-Kanal erstellen, weil Pinterest ja doch sehr Bild lastig ist. Und YouTube geht vielleicht auch nicht bei jedem Thema, aber man sollte sich halt immer überlegen: „Hey, was kann ich noch machen? Wo sind die Leute, die sich für mein Thema interessieren und wie schaffe ich es da präsent zu sein?“

 

14. Christian: Wie gehst Du vor, um für Deinen Nischenseiten hochwertigen Content zu erstellen? Wie kommst Du auf die Inhalte, die auf Deine Nischenseiten kommen sollen?

Christopher: Nehmen wir meine Nischenseiten über Klimaanlagen. Auf dieser Seite geht es also um das Thema „Kühlen“, aber auch um die „Luftqualität“ und später vielleicht auch noch ums „Heizen“.

Das Ganze ist durch die heißen Sommer entstanden und ich mich gefragt habe, wie ich mein Büro hier kühler bekomme. Und ich bin in diese Nische dann auch gegangen, weil die Produkte dort recht hochpreisig sind.

Ich gehe dann so vor, dass ich erst mal in so eine klassische Keyword-Recherche gehe. Da schaue ich mir auch an, welche anderen Nischenseiten hierzu ranken und auf welchen Positionen.

Haben sie gute Rankings, dann ist das für mich schon mal ein gutes Zeichen, dass das auch für mich funktionieren könnte, wenn ich Dinge noch besser mache als der Wettbewerb. Dann habe ich schon mal so ein Bündel an Keywords, die mir zur Verfügung stehen.

Dann nutze ich das Tool Rank Tracker, um die ganzen Keywords und Wettbewerbsseiten reinzuhauen und eine Reihe weiterer Keyword-Ideen zu kommen. Das heißt, ich habe irgendwann so eine ellenlange Liste an Keyboard-Möglichkeiten und diese Keywords bündle ich dann wiederum in Beiträge.

Über die Keywords und den Content, der dazu bereits die Top-Rankings inne hat, kenne ich die Suchintention, die ich selbst bedienen muss. Wenn jetzt beispielsweise jemand nach „Klimagerät unter 100 €“ sucht, dann weiß ich, dass ich ihm auf der Seite nur Klimageräte unter 100 € präsentieren muss. Klimageräte für 300 € wären unrelevant für ihn.

Ich versuche schon Evergreen Artikel zu machen, also Artikel, die dauerhaft Relevanz haben, damit ich die nicht immer wieder anpacken muss. Ich such mir die ganzen Informationen zusammen und versuche den Beitrag dann so zu gestalten, dass der Leser wirklich einen großen Mehrwert hat.

Und da kann man natürlich auch ganz gut bei der Konkurrenz schauen, wenn man zum Beispiel sieht: „Hey, die Konkurrenz hat ein YouTube Video und rankt dafür gut und er hat noch eine Infografik und eine Tabelle.“ Höchstwahrscheinlich finden die User das gut, da die Seite so gut rankt und dann muss man natürlich versuchen, das auch in seinem eigenen Beitrag zu liefern, um eine Chance zu haben.

Zuerst genau analysieren und es dann versuchen, noch besser zu machen. 🙂

 

15. Christian: Wie siehst Du das Thema Backlinks? Wie kommst Du an Backlinks und welche Strategie verfolgst Du, um an hochwertige Backlinks/Empfehlungen für Deine Nischenseiten zu kommen?

Christopher: Auch das war früher deutlich einfacher. Da konnte man einfach seine Nischenseite in irgendwelche Blog-Verzeichnisse reinhauen und dann hat man einen guten Backlink gehabt.

Heutzutage lautet mein Credo: Lieber weniger Backlinks, dafür qualitativ hochwertige!

Also anstatt zu versuchen, irgendwie ganz viele Backlinks zu bekommen, würde ich eher schauen, wie ich an wirklich hochwertige Backlinks komme, um Trust aufzubauen. Man kann durchaus hin und wieder mal Backlinks kaufen, mache ich auch. Obwohl Google da ja sehr kritisch ist.

Ich kann mir zwar bis heute nicht genau vorstellen, wie Google sieht, dass Leute da was gekauft haben, aber es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Ich kann mir vorstellen, dass sie hellhörig werden, wenn auf der Webseite, wo der Backlink gesetzt wird, sehr häufig und regelmäßig zu anderen Seite verlinkt wird und daraus schlussfolgern, dass hier ein Link gekauft wurde. Also immer die „Backlinkgebende“ Webseite genau analysieren. Es ist also nicht ganz so einfach, an Backlinks zu. Eine gute Strategie ist es auch, für andere Webseiten Gastbeiträge zu schreiben und von dort aus, aus dem Content auf die eigene Webseite zu verlinken.

Viele Webmaster suchen sogar nach Gastautoren. Das ist natürlich sehr zeitaufwendig, kann sich langfristig aber auf jeden Fall lohnen.

Ich finde das Thema Backlinks ist somit das aufwendigste bei vielen Nischenseiten. Also ich versuch immer erst all das zu machen, was ich selbst in der Hand habe, sei es YouTube oder Pinterest. Da kann quasi selbst Backlinks für seine Nischenseite aufbauen, die vielleicht in der Wertigkeit nicht so stark sind, dafür aber direkt für Traffic sorgen können.

 

16. Christian: Wie stehst Du dem Thema “Linktausch” gegenüber? Funktioniert das für Nischenseiten oder kann das sogar gefährlich sein?

Christopher: Also man muss beim Linktausch schon sehr aufpassen. Also man kann jetzt nicht einfach sagen: „Hey, setzt Du mal einen Link in Deine Fußzeile und ich setze dafür einen in meine Fußzeile!“

Hinter einer Verlinkung muss immer eine Art Mehrwert stecken.

Besser ist es, so zu machen, wie wir es gerade machen. Also wenn ich jetzt einen Beitrag über unser Video, unser Gespräch mache, dann hat das einen Mehrwert für den Leser, weil er einen Einblick bekommt, wie man Nischenseiten aufbaut.

 

17. Christian: Hast Du eine “heiße” Nische, in die Du aktuell gehen würdest, selbst aber vielleicht die Zeit nicht dafür hast? Und von welchen Nischen würdest Du tendenziell eher die Finger lassen?

Christopher: Ja, ich muss gerade überlegen. Nicht, dass ich was verrate, was ich selbst umsetzen will. 😉 Also ich kann natürlich sagen, dass man von medizinischen Themen eher die Finger lassen soll, außer man hat die Expertise und den Background dazu. Als Anfänger würde ich auch nichts zum Thema „Geld verdienen im Internet“ machen.

Die Überlegung von mir wäre, Webinar-Anbieter zu vergleichen, weil es ein digitales Produkt ist und man kann sie gut in Tabellenform vergleichen. Und soweit ich weiß, sind die Provisionen sehr attraktiv und es handelt sich in der Regel um ein Abo mit wiederkehrenden Provisionen.

Mal gucken, wer am schnellsten ist. Ob ich‘s schneller schaffe oder diejenigen, die jetzt dieses Interview lesen. 😉

 

18. Christian: Bewertung von Nischen: Was sind die 2-3 Hauptfaktoren, die eine Nische für Dich attraktiv machen?

Christopher: Bei jedem Produkt kann man in der Regel bestimmte Kennzahlen herauslesen.

So zum Beispiel Rückgabequoten. Wenn diese relativ hoch sind, dann würde ich die Finger davon lassen.

Ich schaue auch immer drauf, ob mir das Thema überhaupt Spaß macht. Auch das würde ich als Kennzahlen bezeichnen, auch wenn man sie nicht messen kann.

Dann ist die Höhe der Provision für mich eine wichtige Kennzahl. Also wenn sie wirklich nur im Bereich unter 1 € liegt, würde es auch er nicht machen. Wie gesagt, man hat auch die Möglichkeit durch die VG Wort nur durchs Lesen Vergütungen zu bekommen.

Dann schaue ich auch darauf, dass mich die Verkaufsseiten, der Produkte, die ich bewerbe, persönlich ansprechen. Wenn ich auf die Seite gehe, muss ich selber zu mir sagen: „Ja, die Seite sieht vertrauenserweckend aus, hier würde ich kaufen!“

 

19. Christian: Was ist Deine Affiliate School Masterclass und was lernen Deine Teilnehmer dort bei Dir?

Christopher: In der Affiliate School Masterclass zeige ich den ganzen Prozess zum Aufbau einer Nischenseite – Schritt für Schritt. Also Dinge wie:

  • Wie findet man eine Idee?
  • Wie findet man Produkte?
  • Wie macht man überhaupt eine Keyword-Recherche?
  • Wie finde ich ein Webhoster?
  • Wie installiert man WordPress?
  • Wie schreibe ich einen Blogbeitrag?
  • Wie baue ich Keywords ein?
  • Wie setze ich Call to Action Buttons?
  • Wie kriege ich am Ende meine Provision?
  • Und vieles mehr.

Also diese ganzen Schritte, die man als Anfänger vielleicht noch nicht gemacht hat oder nicht so häufig. Das heißt, diesen ganzen Prozess von Ideenfindung bis zu den ersten Einnahmen zeige ich in dem Kurs und der ist wirklich sehr umfangreich.

Über 13 Stunden Videomaterial aktuell plus eine Community im Hintergrund. Das heißt, man kann sich mit allen anderen Teilnehmern unterhalten. Man muss sich auch nicht extra in Facebook einloggen. Wenn man den Kurs erwirbt, hat man die Möglichkeit sich mit allen auszutauschen. Und auch mich kann man natürlich per E-Mail erreichen.

 

20. Christian: Hast Du 2-3 Tipps für Leute, die noch heute damit starten wollen, sich eine Nischenseite aufzubauen? Was sollten sie als nächstes tun?

Christopher: Also um Werbung in eigener Sache zu machen. Man kann in meinen Kurs* auch rein schnuppern. Die ersten 6 Lektionen sind kostenfrei. Das wäre der erste Schritt, den ich empfehlen würde. 🙂

Ansonsten gibt es natürlich sehr viele Quellen im Internet, um zu erlernen wie man Webseiten erstellt. Und SEO kann man sicherlich auch immer gebrauchen. Das heißt online gefunden zu werden ist ja auch ein wichtiger Teil von Nischenseiten. Ich würde einfach ganz viele verschiedene Quelle nutzen und einfach mal ein paar Dinge ausprobieren.

Auch ich laufe oft in Error rein, aber den behebt man dann einfach und weiter geht‘s. Also man muss lernwillig sein und geduldig sein. Wenn man dann ein Thema aussucht, worauf man Bock hat und dann hochwertigen Blogbeiträge erstellt, die das Potenzial haben, dauerhaft zu ranken, dann kann es im Prinzip eigentlich nur eine gute Sache werden.

Wir haben uns anfangs ja die Frage gestellt: „Funktionieren Nischenseiten heutzutage noch?“

Es ist natürlich so ein bisschen „Clickbait-mäßig“, aber im Prinzip ist das eine relativ abwegige Frage, weil eigentlich funktionieren alle Webseiten mit SEO und somit auch Nischenseiten. SEO funktioniert. Es ist zwar oft im Wandel, aber wenn man dranbleibt, ist das eigentlich eine relativ logische Vorgehensweise, wie man sich wunderbar ein passives Nebeneinkommen im Internet aufbauen kann. 🙂

Vielen Dank für das Interview!

 

 

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Seit 2011 beschäftige ich mich intensiv mit Affiliate Marketing und habe mir dadurch ein automatisiertes Vollzeiteinkommen aufgebaut. Meine Mission ist es, dich zu motivieren und dir einen Weg zu zeigen, sich ein passives Einkommen zu verschaffen. Lerne mein System in der Affiliate School Masterclass

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